Am 09. Juli schlägt der DNS-Changer zu

Für einige Tausend immer noch ahnungslose Internetnutzer in Deutschland könnte am 9. Juli ein böses Erwachen erfolgen. Falls ihre Rechner mit dem DNS-Changer befallen sind, kommen sie nicht mehr ins Netz. Wie kann das sein?

Das „Domain Name System“ – DNS – sorgt dafür, dass eine Internetadresse wie max-mustermann.de in die entsprechende IP-Adresse umgewandelt wird, die aus vier Zahlengruppen besteht – z.B. 123.45.67.89. Das System wurde entwickelt, um den Zugriff auf Webseiten zu erleichtern. Sonst müssten Nutzer für jede Webseite eine andere Zahlenfolge dieser Art eintippen. Das könnte sich niemand merken.

Das FBI zerschlug im letzten Jahr einen Ring von Kriminellen, der weltweit Millionen Computer mit der Schadsoftware DNS-Changer infiziert hatte. Diese Software manipuliert befallene Rechner derart, dass sie beim Aufruf einer Seite auf andere Server umgeleitet werden, ohne dass der Nutzer etwas davon bemerkt. So konnte die Gruppe ganz gezielt Werbung einblenden, Suchergebnisse manipulieren oder andere schädliche Programme wie Würmer oder Trojaner auf die betroffenen PCs spielen.

Checken Sie Ihren Computer

Nach der Festnahme der kriminellen Gruppe ersetzte das FBI die manipulierten Server. Bei einer sofortigen Abschaltung wäre der GAU schon im letzten November passiert. Seitdem warnen Organisationen und Behörden wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor dem DNS-Changer und versuchen, die Öffentlichkeit darüber aufzuklären. Gemeinsam mit der Deutschen Telekom betreibt das BSI die Webseite www.dns-ok.de. Mit einem Klick auf diesen Link kann jeder PC-User überprüfen, ob sein Computer infiziert ist oder nicht. Wird tatsächlich ein Befall angezeigt, kann man über weiterführende Links Hilfe zur Beseitigung des Schädlings erhalten. Betroffen sind übrigens sowohl Windows- als auch Apple-Computer.

Google beteiligt sich an Warnhinweisen

Am 9. Juli will das FBI die von ihm kontrollierten Server endgültig abschalten. Wer sich bis dahin nicht abgesichert hat, ist raus aus dem Netz. Nun springt auch noch Google ein, um die letzten verbliebenen Unwissenden informieren zu können. Befallene Rechner, die über die Google-Suchmaschine eine Webseite ansteuern, erhalten eine Warnmeldung. Google geht davon aus, auf diese Weise noch etwa eine halbe Million Nutzer, die nicht ahnen, was ihnen blühen kann, zu erreichen.

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