Unterhaltsames Lernen dank dem Einsatz von Spielen – ein Trend, der zurzeit die E-Learning Branche bewegt. Ständig stolpert man über Begriffe wie Gamification, Game-based Learning oder Serious Games. Doch was bedeuten diese Bezeichnungen eigentlich und wie kann man Games für die persönliche Lernstrategie nutzen? Die IMC AG, Europas führender E-Learning Anbieter, erklärt die wichtigsten Fakten zu dem Themenkomplex und gibt wertvolle Antworten hinsichtlich Bedeutung und Nutzung verschiedener Games-Formate.

Definitionen: Orientierung im Begriffe-Dschungel

Unter E-Learning versteht man Lernen mit und durch Medien. Die Frage, ob die Lernformen unterhaltsam sind, ist eher zweitrangig. Gerade wenn es um die Verknüpfung von E-Learning mit unterhaltsamen Lernen geht, fallen jedoch immer wieder neue, trendig klingende Schlagworte. Deren Bedeutung überschneidet sich zum Teil oder sie werden gar synonym verwendet. Im Folgenden soll eine klare Abgrenzung der Begriffe und ihrer Bedeutung zur besseren Orientierung erfolgen:

  • Edutainment: Kombination der Begriffe “Education” und “Entertainment”. Beschreibt Formen der Wissensvermittlung, die bewusst auf unterhaltende Elemente setzen.
  • Game-based Learning: Lernkonzept, in dem Spiele (z.B. Gesellschaftsspiele) zur Wissensvermittlung eingesetzt werden.
  • Digital Game-based Learning (DGBL): Game-based Learning speziell durch den Einsatz digitaler Spiele (Digital Learning Games).
  • Serious Games: Digitale Spiele, deren Zweck über den der bloßen Unterhaltung hinausgeht. Jener Zweck muss dabei jedoch nicht mit Lernen im engeren Sinne verbunden sein, z.B. bei digitalen Werbespielen.
  • Gamification: Nutzung von Spieleelementen und Techniken des Spieledesigns in einem Nicht-Spielekontext, um diesen für den Nutzer attraktiver zu gestalten. In Abgrenzung zu Game-based Learning umgedrehter Weg — beim Game-based Learning wird Lernen in einen Spielekontext eingebettet

Game Based Learning

Formate: Digital Learning Games für jeden Fall

Digital Learning Games-Formate ähneln sich zum Teil in ihren Charakteristika und ihre Entwicklung ist zügig, weshalb in der Literatur verschiedene Klassifizierungen zu finden sind. Im Folgenden sollen einige der gängigen, immer wieder genutzten Formate vorgestellt werden:

  • Actionspiele: Hier ist die Reaktionsgeschwindigkeit entscheidend, d.h. vor allem motorische und Wahrnehmungsfähigkeiten werden gefördert. Intellektuelle Höchstleistungen werden nicht erwartet.
  • Abenteuerspiele (Adventures): Hier sind Überlegung und Intellekt gefordert. Die Rahmengeschichte wird durch das Lösen von meist vielschichtigen Rätselaufgaben fortgeführt, d.h. das komplexe Problemlösen wird trainiert.
  • Simulationen: Hier kann der Spieler realitätsnahe Erfahrungen nachempfinden. Dieses Format unterstützt den Spieler dabei, Erfahrungen mit einem bestimmten Gegenstandsbereich oder Phänomen zu sammeln und zu reflektieren.
  • Strategiespiele: Hier führt kluges Management von Ressourcen und Einheiten zum Spielerfolg, d.h. vorausschauendes Planen wird gefördert.
  • Rollenspiel: Bei diesem szenariobasierten Konzeptansatz geht es v.a. um die Darstellung von Alltagssituationen, wodurch das Einüben von alltäglichen Aufgaben gefördert wird.
  • Quiz/Puzzle Games: Dieses Games-Format dient in erster Linie zur Wissens-/Lernstandsabfrage.

Alle vorgestellten Formate können als Mini-Games oder vollständige Digital Learning Games realisiert werden. Jedoch eignen sich Quiz/Puzzle Games und Actionspiele eher als Mini-Games als Teil eines klassischen WBTs, während Abenteuerspiele und Rollenspiele aufgrund der längeren Spieldauer besser als eigenständige Game-Module realisiert werden.

How To: Was wird von guten Spielen erwartet?

Wie müssen die Digital Learning Games beschaffen sein, damit sie einen optimalen Lernerfolg erzielen? Neben der Wahl eines zum Lernziel passenden Formats gibt es eine Reihe weiterer wichtiger Anforderungen. Im Folgenden soll in 7 Schritten kurz und knapp erklärt werden, auf welche Kriterien bei der Auswahl des Spiels unabhängig vom Format zu achten ist:

  1. Fantasie ansprechen: Spiele, die die Fantasie ansprechen, ermöglichen es, Sachverhalte aus unterschiedlichen Perspektiven zu sehen, verschiedene Rollen anzunehmen und sich mit fiktionalen Rollen oder Personen zu identifizieren.
  2. Klare Regeln, Ziele und Feedback: Insbesondere ein klares Feedback zum Fortschritt im Hinblick auf die Zielerreichung ist wichtig.
  3. Sensorische Reize bieten: Sensorische Reize, z.B. auditive Reize, ermöglichen bzw. intensivieren Interaktivität.
  4. Risiko/Herausforderung angemessen gestalten: Wenn eine Balance zwischen Herausforderungen und Erfolgserlebnissen gegeben ist, steigt die Faszination der Spieler für das Spiel beträchtlich an.
  5. Neugier wecken: Positive Ergebnisse einer Spannungsauflösung im Spiel führen zu emotionaler Erleichterung der Spieler. Dies kann sich in Form von Stolz und gesteigerten Selbstwertgefühl beim Spieler äußern.
  6. Kontrolle übertragen: Nur wenn der Spieler Kontrolle über das Spielgeschehen hat, kann er Erfolge erzielen, durch die er Lebenserfahrung sammelt.
  7. Balance aus pädagogischen Anspruch und spieletechnischer Umsetzung: Spiel- und Lernbereiche sollen nicht völlig voneinander getrennt sein (z.B. wenn Lerninhalte nicht relevant für den Spielverlauf sind). Zudem sollte das Game Design an den Standard konventioneller Spiele heranreichen, damit Spielspaß entsteht.

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Über den Autor:

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