Die besten Lern-Apps für Erwachsene

Das Thema digitales Lernen war noch nie so aktuell wie zu den Zeiten Coronas. Für Schüler ist es aufgrund geschlossener Schulen alltägliche Pflicht und Notwendigkeit, für Erwachsene ein willkommener und sinnvoller Zeitvertreib in der Selbstisolation. Ob aus freien Stücken oder nicht – die gute Nachricht ist, das Angebot an digitalen Lernangeboten und Bildungs-Apps wächst stetig und macht dank benutzerfreundlicher Designs und spielerischen Elementen auch noch Spaß.

Die besten Apps zum Sprachen lernen

Das Lernen einer Fremdsprache ist für viele ein Traum, dessen Realisierung aufgrund kostspieliger Sprachkurse und zeitintensiver Büffelei nur allzu oft scheitert. Dank der vergleichsweise günstigen oder gar kostenlosen Angebote diverser Sprach-Apps sowie der nur wenige Minuten dauernden Kurseinheiten, steht der Multilingualität heute höchstens noch die eigene Motivation im Weg.

Duolingo – die polyglotte Eule

Duolingo Benutzeroberfläche
© Duolingo

Duolingo ist mit mehr als 300 Millionen Nutzern der größte Anbieter am Markt für Sprach-Apps und wohlgemerkt auch die meistheruntergeladene Bildungs-App der Welt. Die App punktet vor allem durch ihr großzügiges Angebot an kostenlosen Sprachkursen. Unter den insgesamt 35 wählbaren Sprachkursen finden sich sogar konstruierte und fiktive Sprachen wie Esperanto und – Trekkies und White Walkers aufgepasst – Klingonisch und Hochvalyrisch.

Memrise – Vokabel-Lern-App mit authentischem Flair

Memrise Benutzeroberfläche
© Memrise

Dank der Videoaufnahmen echter Muttersprachler lernt man mit Memrise die Vokabeln und Phrasen der Zielsprache so authentisch wie es per App nur möglich ist. Die Videos können beliebig oft abgespielt werden, bevor man zur nächsten Übung übergeht, weswegen sich die App perfekt zum Trainieren und Verfeinern der eigenen Aussprache eignet. Zudem bringen die sympathischen Sprecher und Hintergrundkulissen auch gleich noch etwas Urlaubsflair ins Haus.

Drops – mit Swypes und Mnemo-Technik zum fülligen Wortschatz

Drops Benutzeroberfläche
© PLANB LABS OU

Wer schnellstmöglich einen soliden Grundwortschatz aufbauen will, ist bei Drops genau richtig. Hier erscheinen Vokabel, basierend auf der Mnemo-Technik, immer in Begleitung dazu entsprechender grafischer Abbildung sowie ihrer akustischen Wiedergabe. Dies hilft dabei, schnellstmöglich fremdsprachige Wörter mit den uns bekannten Objekten zu assoziieren. Seinen bereits erlernten Wortschatz kann man jederzeit in seiner privaten Sammlung einsehen, wo die gelernten Vokabeln in Kategorien geordnet nachschlagbar sind.

Fachwissen und Fortbildung

Blinkist – für zeitarme Vielleser und Hörbuchliebhaber

Blinkist Benutzeroberfläche
© Blinks Labs

Freunde der Sach- und Fachliteratur, deren Wissensdurst mehr Lesestunden verlangt, als die Lebenszeit eines Menschen hergibt, kommen bei Blinkist auf ihre Kosten. Egal, ob man sich für die eigene Karriere fortbilden oder einfach Allgemeinwissen aufbauen will, auf Blinkist findet man große Werke aus Fachbereichen wie der Philosophie, Wissenschaft, Kunst, Wirtschaft, und vielen mehr – heruntergebrochen auf die wichtigsten Kernaussagen und bereitgestellt als Hörbuch und lesbarer Zusammenfassung. In nur 15 bis 30 Minuten werden einem so die wichtigsten Inhalte vermittelt.

Die App ist zwar kostenpflichtig, ist aber besonders für jene, denen es an Zeit fehlt, um alle Bücher ihrer Leseliste zu lesen und ein hohes monatliches Buchbudget veranschlagen, ein hilfreiches Tool, um Zeit und Kosten zu sparen. Wer es testen will, findet täglich einen neuen Gratis-Blink auf der App sowie auch eine 7-Tage-Testversion.

Programmieren lernen mit Mimo und Py

Auch wer gemeinsam mit seinem inneren Geek in die Welt der Bits and Bytes eintauchen möchte, findet in seinem App-Store die nötige Unterstützung. Programmier-Lern-Apps wie Mimo und Py vermitteln auf verständliche und spielerische Weise die Coding-Basics von HTML, CSS, Swift, Git, JavaScript, Python und co.

Mimo – der verpielte Coding-Roboter

Mimo Benutzeroberfläche
© Mimohello GmbH

Mimo punktet vor allem durch sein übersichtliches Design, sein spielerisches Lernangebot und auch die Vermittlung von Hintergrundwissen in Kursen wie „Programmieren verstehen“, „Websites bauen“ oder „ethisches Hacken“, die vor allem für Einsteiger wertvolle Einblicke in die Programmierwelt bieten. Die Kurse beginnen mit den absoluten Basics, die anfangs regelmäßig wiederholt werden, bevor die Inhalte und das Tempo an die eigene Lernkurve angepasst werden. Vorkenntnisse sind nicht nötig und die zu lösenden Aufgaben sind verständlich und einfach gestaltet sowie mit präzisen Hilfestellungen ausgestattet. Mimo eignet sich daher perfekt für alle Coding-Noobs, die noch nie ein „Hello World“ in die virtuelle Welt gesetzt haben, aber dennoch lernen wollen, mit Einsen und Nullen zu jonglieren.

Die Nachteile: die Kurse sind nur auf Englisch verfügbar und die kostenlos zugänglichen Lerninhalte sind begrenzt. Wer zum Beispiel lernen will, Apps, Spiele oder swypebare Elemente à la Tinder zu programmieren, muss die kostenpflichtige Pro-Version abonnieren.

Py – mit Schlichtheit zum Ziel

Py Benutzeroberfläche
© Py

Py ist deutlich anspruchsvoller als Mimo und fokussiert, wie sein schlichtes Design schon andeutet, auf das wirklich Wesentliche. Während bei den Übungen von Mimo meist schrittgenau diktiert wird, wie man zur richtigen Lösung der Aufgabe kommt, muss man bei Py nach der Bekanntgabe des Ziels häufig in Eigenregie Programmiercodes entziffern, Outputs prognostizieren und eigene Funktionen zum Laufen bringen. Py eignet sich daher nicht nur für Anfänger, sondern auch für fortgeschrittene Programmierer, die bereits bestehende Coding-Skills auffrischen oder weiter ausbauen wollen. Die Mankos: auch bei Py sind die Kurse nur auf Englisch verfügbar und nur begrenzt kostenlos.

Fazit

Wer von zuhause aus etwas Gehirnjogging betreiben oder seine täglichen Pausen sinnvoll nutzen und mit Bildungsnuggets füllen will, kann das heute auf spielerische Weise per App erledigen. Zwar sind die angebotenen Kurse der meisten Apps ab einem bestimmten Fortschrittslevel kostenpflichtig oder durch ein tägliches Zeitlimit begrenzt, dennoch sind die in kleine Happen aufbereiteten Lehreinheiten eine großartige Möglichkeit, um neue Wissenswelten und damit vielleicht auch ein neues Hobby zu erschließen.