Was sind typische Internetsucht-Symptome?

Viele von uns sitzen tagtäglich vor dem Computer; meist sind wir dabei auch online. Und nicht selten wird die berufliche Betätigung im Web abends privat weitergeführt. Viren und Trojaner sind dabei eine stete Gefahr. Aber wir wollen an dieser Stelle auch einmal ein anderes Problem ansprechen, das das Web mit sich bringt: die Internetsucht. Zu Beginn wurde sie belächelt und als Krankheitserscheinung nicht ernst genommen. Mittlerweile weiß man, dass die Internetsucht zu Symptomen psychischer Natur führen kann, wenn sie nicht frühzeitig als Krankheit erkannt und behandelt wird.

Wenn das Internet asozialisiert

Die Auswertung erhobener Statistiken ermöglicht eine grobe Klassifizierung. Namentlich sind das Onlinespiele, Internetseiten mit pornografischen Inhalten sowie Kommunikationsportale wie Facebook, die den Suchtschwerpunkt ausmachen. Die Internetsucht-Symptome ergeben sich dabei aus der Vernachlässigung der realen Welt; der Betroffene flüchtet in die virtuelle Welt, statt sich um zwischenmenschliche Beziehungen zu bemühen, sei es zum Partner, zur Familie, oder der Berufswelt. Beobachtungen zeigen, dass eines der Internetsucht-Symptome darin liegt, Verhaltensweisen, die im Internet gewöhnlich, aber in der realen Welt unangebracht sind, Eingang in die reale Welt finden, was wiederum zur Ausgrenzung des Internetsuchtbetroffenen führt. Als typische Internetsucht-Symptome gelten Vereinzelung, Vernachlässigung des sozialen Umfeldes, Reizbarkeit, Nervosität und Schlafstörungen. Auf www.ins-netz-gehen.de gibt es einen Selbsttest, der helfen kann Internetsucht zu erkennen.

Die Dunkelziffer ist hoch

Bezüglich der Prävalenz gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. Erhobene Statistiken, wie dass zwei Prozent der südkoreanischen Minderjährigen internetsüchtig sind, sind vorsichtig zu bewerten. Denn nicht jeder Internetsüchtige sieht sein Verhalten als anormal an, was zu einer hohen Dunkelziffer führt, die von Statistiken nicht berücksichtig wird. Eine vom Bundesgesundheitsministerium in Auftrag gegebene Studie geht derzeit (2011) von mehr als einer halbe Million deutschen Internetsüchtigen aus. Realiter wird die Zahl unter Berücksichtigung der Dunkelziffer um ein Vielfaches dessen liegen, wovon die Studie ausgeht.

Internetsucht-Symptome und Therapie

Die Schwierigkeit einer Therapie liegt darin, dass eine vollständige Abnabelung vom Internet weder möglich noch erstrebenswert ist. Das Internet ist mittlerweile eine feste Größe im täglichen Leben der Menschen, auf die ohne Weiteres nicht verzichtet werden kann. Ziel jeder Therapie ist folglich, einen angemessenen, gesellschaftsfähigen Umgang mit dem Internet zu erreichen. Dazu gehört auch, dem Internetsüchtigen die reale Welt durch echte Beziehungen wieder reizvoller zu machen, sodass sich eine gesunde Priorisierung von selbst einstellen kann.