Jugendschutz im Internet ist wichtiger als je zuvor

Lange Zeit war es recht einfach, den Jugendschutz wirkungsvoll zu gestalten. Ausweiskontrolle vor der Disco, Kinofilme freigegeben ab 16 oder 18 Jahre, der gleiche Hinweis auch bei Spielfilmen im Fernsehen, dazu eine zeitversetzte Sendezeit zu einer späteren Stunde im Abendprogramm. Alles Maßnahmen, welche im realen Leben bis zur Generation des Internets sehr gut kontrollierbar waren. Doch seit das Internet besonders in das Alltagsleben von Kindern und Jugendlichen Einzug gehalten hat, wird es zunehmend schwierig, diese Altersgruppe ausreichend zu schützen.

Alle Kontrollmaßnahmen im Jugendschutz beziehen sich spezifisch auf das jeweilige Land, in denen diese Maßnahmen reglementiert oder sogar Gesetz sind. Diese Maßnahmen funktionieren jedoch nicht im Internet, da es sich hierbei um ein weltweites Netzwerk handelt, in dem jeder nahezu alles veröffentlichen kann. Für den Jugendschutz im Internet kann es auch keine einheitliche Regelung geben, da schon die Gesetzeslage der einzelnen Länder unterschiedlich sein kann.

Natürlich ist auch das Internet kein rechtsfreier Raum und es werden illegale Handlungen und Angebote auch hier gesetzlich verfolgt, was sich jedoch durch die spezielle Struktur des World Wide Web erheblich schwieriger gestaltet.

Was können Eltern tun, um ihre Kinder im Internet zu schützen?

Es nützt wenig, wenn Sie sich als Elternteil mit dem Internet überhaupt nicht auskennen.
Sie können nur Verantwortung übernehmen, wenn Sie sich der Gefahr im Klaren sind und genau wissen, dass der Jugendschutz im Internet gravierende Lücken aufweist.

Ein generelles Surfverbot für Ihr Kind wäre hier aber der falsche Weg, denn die positiven Eigenschaften überwiegen hier bei Weitem. Außerdem lernen die Kinder sehr gut, mit dem Computer und dem Medium Internet umzugehen, was Ihnen besonders im späteren Berufsleben eine große Hilfe sein kann. Daher sollten sich Ihre Kontrolleigenschaften darauf beschränken, den Computer oder Laptop ihres Kindes in Abständen nach dubiosen Einträgen abzusuchen. Finden Sie ungewöhnliche Einträge, sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Risiken, die mit unseriösen Seiten verbunden sind. Eine grundsätzliche Aufklärung zum Thema Jugendschutz im Internet sollte allerdings schon vor der erstmaligen Nutzung erfolgen. Denn wenn im Haushalt z.B. eine DSL-Flatrate von Vodafone vorhanden ist, steigt der Internetkonsum automatisch an und gerade die Kinder nutzen diese Chance ausführlich und oft ohne die Aufsicht der Eltern.

Wie sieht die gesetzliche Grundlage für den Jugendschutz im Internet aus?

Hier ist der Jugendschutz gesetzlich durch den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag der einzelnen Länder sowie durch das Jugendschutzgesetz des Bundes geregelt. Aufgabe dieser staatlichen Behörden ist es, Kinder und Jugendliche vor gefährdenden Angeboten oder Angeboten, die ihrer Entwicklung schaden können, zu schützen.

Hierfür gibt es ein zentrales Aufsichtsamt der Länder. Die Kommission für Jugendmedienschutz wacht darüber, dass nach Möglichkeit keine gewaltverherrlichenden oder gefährdenden pornografischen Angebote, die eventuell auch gegen die Menschenwürde verstoßen, auftauchen. Dafür gibt es spezielle Jugendschutzprogramme. Verstößt der Anbieter einer Webseite, welche erst ab 18 Jahre vorgesehen ist, gegen eine entsprechende Sicherung und macht somit auch Jugendlichen unter 18 Jahren den Weg für diese Seite frei, zieht das strafrechtliche Maßnahmen nach sich. Auf der Internetseite der Kommission für Jugendmedienschutz finden Eltern (und Pädagogen) wichtige Informationen über den Jugendschutz im Internet: www.kjm-online.de

Medienkompetenz-Unterricht an Schulen

Die öffentlichen Schulen halten sich leider noch weitgehend aus der Vermittlung von Medienkompetenz als effektiven Jugendschutz im Internet heraus. Zwar lernen die Schüler im Unterricht mit dem Computer umzugehen, aber für den Unterricht zum richtigen Umgang mit dem Netz fehlen bisher noch Fachkräfte. Diesen Missstand kritisieren Medienfachleute schon seit Jahren und fordern staatliche Unterstützung, um den Umgang mit den neuen Medien auch in den Schulen zu vermitteln. So wurde schon 2009 das medienpädagogische Manifest der Initiative „Keine Bildung ohne Medien“ verfasst, das alle Forderungen auf den Punkt brachte. Es bleibt also abzuwarten, wie lange das Unterrichtsfach „Medienkompetenz“ noch auf sich warten lässt.

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