Die VoIP Telefonanlage, ihre Vorteile und ihre Sicherheit

Telefonieren über das Internet ist hoffähig geworden und hat den Status eines Trends weit hinter sich gelassen; wenn die 24. Auflage des Dudens den Begriff VoIP als Verb aufgenommen hat, dann ist dies mehr als ein Fingerzeig. Es ist ein klarer Beweis für das gelungene Etablieren eines Wortes und einer Technik. Die Wächter der Rechtschreibung übersetzen VoIP mit „über das Internet telefonieren“. Neben Kostenvorteilen der IP-Telefonie birgt das System aber auch einige Risiken, die Sie kennen sollten.

Unterschiedliche Möglichkeiten der Internet-Telefonie

Es gibt inzwischen zahlreiche Möglichkeiten, um das Telefonieren über das Internet zu bewerkstelligen. Als Standard-Lösung stehen Ihnen Komplettangebote der Provider zur Verfügung. In der Regel werden Sie hier mit DSL und Telefon ausgestattet. Haben Sie sich zudem für eine Daten-Flatrate entschieden, ist ein VoIP-Anschluss, Rufnummer und zugehörige Hardware in der Regel enthalten. Da Sie somit alles aus einer Hand erhalten, können Sie auf einen günstigen Gesamtpreis hoffen. Problem: Wird allerdings die Internet-Leitung gekappt oder gekündigt, stehen Sie plötzlich ohne Telefon da. Anbieter sind beispielsweise Freenet, Alice, O2 und 1&1.

Wenn Sie einen VoIP-Account unabhängig vom Internet benötigen, der kompatibel zu einem Softphone oder anderweitiger Hardware ist, sollten Sie sich genau die Tarife anschauen. Hier gibt es nämlich große Unterschiede, die von der obligatorischen Flatrate bis zur minutenbasierten Abrechnung viele Alternativen präsentiert. Arcor, congstar, GMX oder TelDaFax zählen zu den rund 40 Anbietern in diesem Segment.

Kabelfernsehen-Anbieter und Instant Messenger auf dem Vormarsch

Anbieter wie unitymedia oder Kabel Deutschland kennen Sie sicherlich in Bezug auf Kabelfernsehen. Aber auch Telefonieren über das Internet ist mit Unternehmen dieser Art möglich. Diese haben ihre Angebotspalette erweitert und können Sie nun mit schnellem Breitband-Internet und Telefonie versorgen. Die Angebote rund um VoIP (http://www.telefonanlagen-ratgeber.de/voip-telefonanlage.html), Sprachflatrate, Rufnummer und passende Geräte können einen Festanschluss ersetzen, wenngleich die Minutenkurse nicht immer preiswert sind.

Auch die beliebten Instant Messenger wie Skype, Windows Live oder Yahoo bieten schon länger Sprachverbindungen an und ermöglichen die Internettelefonie. Über entsprechende Serviceleistungen können Sie sich so in alle Festnetz- und Mobilfunknetze der ganzen Welt weiterleiten lassen. Als Standard-Ausrüstung darf ein Softphone dabei nicht fehlen.

Internet-Telefonie birgt ungelöste Risiken

Egal, für welche Alternative der Internet-Telefonie Sie sich entscheiden, beim Telefonieren über das Internet sind Sie nie vollkommen auf der sicheren Seite. Wenn Sie beispielsweise drahtlose Funknetzwerke (WLAN) nutzen, können die Gespräche leicht von Dritten mitgehört werden. Sie können diese sensiblen Daten aber durch die Eingabe einer Verschlüsselung bei Ihren VoIP-Gesprächen schützen. Informationen hierzu bietet das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik unter www.bsi.bund.de.
Zudem werden Sie nicht von Spit (Spam over Internet Telephony) verschont bleiben. Laut Erhebungen beklagen sich viele VoIP-Nutzer über stetig steigende Reklame- bzw. Werbeanrufe. Eine Lösung, wie die Werbebotschaften eliminiert werden können, ist noch nicht in Sicht.

Experten warnen sogar davor, dass das Ende der Fahnenstange beim Telefonieren über das Internet noch längst nicht erreicht sei und Spit ein immer größer werdendes Problem darstellen könne. Jedenfalls sollten Sie vorsichtig mit Ihrer Internet-Telefonnummer umgehen und sie nicht leichtfertig heraus geben oder bekannt machen, sonst könnten Sie schnell zum Ziel unerwünschter Werbung werden.

Im Zusammenspiel mit Ihrem VoIP-Anbieter können Sie sich dagegen eines weiteren typischen Problembereichs bei der Internettelefonie entledigen. Firewalls blocken nämlich gerne VoIP-Datenpakete, da sie diese als unbekannte Inhalte definieren. Es gibt die Möglichkeit dieses Problem zu umgehen; dafür müssen Sie die Firewall gemäß den Konfigurationsangaben des Anbieters aktualisieren. Das ist aber nur ratsam, wenn Sie Ihrem VoIP-Anbieter „blind“ vertrauen.

Das Erreichen von Notrufnummern ist nicht gewährleistet

Ein großes Manko beim Telefonieren über das Internet ist aber immer noch die schlechte Erreichbarkeit von Notrufnummern. Das Problem liegt darin, dass bei VoIP nicht feststellbar ist, wer von welchem Standort aus anruft. So können die Anrufe nicht schnell an die zuständigen Rettungsdienste weitergeleitet werden, dies erschwert ungemein eine zeitnahe Versorgung von möglichen Verletzten. Um dieses Problem zu umgehen, sollten Sie stets ein Handy in der Nähe haben, mit dem Sie Anrufe dieser Art abwickeln können. Auch mit Sonderrufnummern wie 0190er oder 0180er Nummern klappt eine Verbindung nicht immer. Das liegt in den bestimmten bzw. stark variierenden Tarifen dieser Nummern begründet, die durch Internettelefonie so nicht akzeptiert oder überhaupt nicht erreicht werden können.

Die Probleme, die das Telefonieren über das Internet zurzeit noch birgen, werden sich mit der stetigen Weiterentwicklung der Technik verringern. Und vor allem wird sich die Internettelefonie rasant weiterentwickeln. Für viele Nutzer ist die Videotelefonie inzwischen alltäglich geworden. Vielleicht wird das normale Telefonieren dadurch ja sogar bald komplett verdrängt und wir kommunizieren nur noch „von Angesicht zu Angesicht“.

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